Die Koreanische Sprache – Teil I

Während ich zur Zeit an der Vorbereitung für mein Auslandssemster sitze und versuche Visum, Versicherung, Unterkunft, Flug und noch einiges mehr zu organisieren, scheint es mir ein guter Zeitpunkt zu sein um endlich mal einen Blog-Eintrag zu meiner bisherigen Erfahrung mit der koreanischen Sprache schreiben. Auf gehts! 😁


Aufbau und Struktur der Sprache

Koreanisch ist die Landessprache von sowohl Nord- wie auch Südkorea und wird von rund 77 Millionen Menschen weltweit gesprochen. Interessanter Weise ist Koreanisch eine isolierte Sprache, d.h. es gibt weder andere Sprachen die ähnlich sind, noch gibt es nennenswerte Vorgänger aus denen sich die Sprache entwickelt hat.

Das Erste, woran die meisten Leute bei der koreanischen Sprache denken, ist vermutlich das Alphabet „Hangeul“ (한글). Auch wenn es am Anfang etwas befremdlich wirken mag, ist das koreanische Alphabet doch relativ einfach und sehr klar strukturiert. Tatsächlich lässt sich das gesamte Alphabet recht leicht innerhalb eines Tages lernen.

Das Alphabet besteht aus 19 Konsonanten und 21 Vokalen. Das wirkt zwar recht viel, ist aber einfach damit zu erklären, dass in Korea z.B. die Laute a (ㅏ), ya (ㅑ) und wa (ㅘ) alle als einzelne Vokale gezählt werden und dieses Konzept auch ähnlich für e, i, o und u angewendet wird. Aus den einzelnen Buchstaben werden Silben gebildet, die dann zusammen ein Wort bilden. Das Zusammenfügen der Buchstaben erfolgt nach sehr festen Regeln und ist ziemlich leicht zu verstehen, sobald man ein paar Beispiele gesehen hat. Silben können zum Beispiel die folgende Form haben (keine vollständige Liste!):

syllabyl structure 1

Beispiel: 고기 (go-gi) ~ das Fleisch

syllabyl structure 3Beispiel: 음식 (eum-sig) ~ das Essen

Die wahre Herausforderung beim Lernen der koreanischen Sprache ist aber bei weitem nicht das Alphabet. Zunächst muss man sich an einen komplett anderen Satzbau gewöhnen, wo immer alles in der Reihenfolge Subjekt-Objekt-Verb formuliert wird anstatt unseres Subjekt-Verb-Objekt (also z.B. „Ich Musik höre“, statt „Ich höre Musik“). Dann gibt es diverse Abstufung von Höflichkeitsformen, welche die Form des Verbs verändern (je nachdem mit wem man gerade spricht). Und selbst wenn man die grundlegenden Regeln der Grammatik verstanden hat, stolpert man doch immer wieder über merkwürdige und wenig intuitive Metaphern, die in der koreanischen Sprachen überraschend häufig verwendet werden. 😵

Aber im Vergleich zu vielen anderen Sprachen auf dieser Welt, hat Koreanisch auch viele Aspekte, die das Lernen relativ einfach machen. Viele Worte sind einfach direkt aus dem Englischen übernommen und nur leicht abgewandelt worden, um besser ins koreanische Alphabet zu passen. Es gibt weder Fälle (Akkusativ, Dativ, etc.) noch Artikel, Verben werden nicht durchkonjugiert und in der Regel muss man sich bei Nomen nicht mal um Ein- oder Mehrzahl kümmern (außer es ist wirklich extrem wichtig für die Aussage des Satzes). Auch die Zeichensätzung ist mittlerweile komplett aus den westlichen Sprachen übernommen worden. Der Einstieg in die Sprache ist deshalb leichter als man zunächst annimmt. 🤗

Unterm Strich ist Koreanisch eine super interessante Sprache, die definitiv leichter zu lernen ist, als z.B. Deutsch, Chinesisch oder Finnisch. Also falls jemandem langweilig ist, kann ich Koreanisch nur empfehlen. 😉 Für einen detaillierteren Einblick in die koreanische Sprache empfehle ich (falls Interesse besteht) einfach mal die zugehörige Wikipedia-Seite zu besuchen.


Apps um Koreanisch zu lernen

Da ich in letzter Zeit häufiger gefragt wurde, welche Apps ich zum Lernen verwende, werde ich mir mal kurz die Zeit nehmen, um hier meine bisherigen Erfahrungen darzustellen.

Duolingo

duolingo icon

Duolingo ist eine ziemlich bekannte App, die sowohl am PC wie auch auf Mobilgeräten benutzt werden kann. Die App ist kostenfrei und bietet eine große Auswahl an Sprachen. 

Für mich hat Duolingo aber schlichtweg nicht funktioniert, da die Erklärungen zu den Grammatik-Regeln häufig einfach zu knapp sind (auf Mobilgeräten lassen sich die Erklärungen gar nicht erst anzeigen 🤨). Auch der Lernverlauf fühlte sich nicht gut an. Die ersten paar Einheiten waren lächerlich einfach und auf einmal ist man in einer sehr komplexen Lektion und weiß überhaupt nicht mehr, was man gerade vor sich hat. Für mich daher, wie gesagt, nicht empfehlenswert.

Drops

Drops ist ein interessanter Fall. Es ist nicht wirklich eine App umdrops icon eine Sprache zu lernen, sondern nur Vokabeln. Aber genau das tut sie sehr gut. Man kann in kurzer Zeit sehr viele Vokabeln lernen und sich auch recht gut einprägen. Drops verwendet dafür moderne Techniken aus der Lern-Psychologie um den Lerneffekt zu maximieren.

Leider hat man in der kostenfreien Version der App nur 5 Minuten pro Tag um Vokabeln zu lernen. Die kostenpflichtige Variante hat jedoch keine Einschränkung. Außerdem funktioniert diese App nur auf Mobilgeräten. Eine Möglichkeit sie auch am PC zu nutzen besteht bisher nicht.

Lingodeer

lingodeer icon

Lingodeer ist das Ergebnis meiner Suche nach einer nahezu perfekten App um Koreanisch zu lernen. Lingodeer fokussiert sich hauptsächlich auf die Sprachen Koreanisch, Japanisch und Chinesisch. Die Erklärungen zu den Grammatik-Regeln sind sehr gut verständlich und die Lerngeschwindigkeit ist perfekt (zügig aber nicht überfordernd). Alle Einheiten bauen aufeinander auf und sind sehr schön logisch strukturiert.

Lingodeer funktioniert super auf Handy & Tablet und die Version für den PC wird zwar zur Zeit noch entwickelt, kann allerdings als Beta-Version bereits getestet werden (hier gibt’s allerdings noch einige Bugs!). Leider ist Lingodeer nicht kostenfrei, was aber auch daran liegt, dass es keine Werbungen in der App gibt und sich die Entwickler anders nicht finanzieren können. Ich finde es dabei gut, dass Lingodeer nicht auf einem monatlichen Beitrag beharrt, sondern die Möglichkeit bietet, direkt den dauerhaften Zugang zur App inkl. aller Materialien zu kaufen. Alles in allem mein bisheriger Favorit. 👍


Mein Fortschritt

Ich habe vor ca. 5 Monaten angefangen Koreanisch zu lernen. Zunächst habe ich verschiedene Lern-Apps ausprobiert, bis ich schließlich bei Lingodeer gelandet bin. Weiterhin treffe ich mich seit Anfang April wöchentlich mit meinem Study Buddy Hyundae um direkt von einem Koreaner Koreanisch zu lernen. Das sind somit momentan die zwei primären Quellen aus denen ich versuche die Sprache zu lernen.

Bei Lingodeer gibt es zwei Koreanisch-Kurse (Einführung und Vertiefung). Ich bin momentan zu 90% durch den Einführungskurs durch. Grammatikalisch umfasst dieser u.A. Satzbau, Negation, Fragen, Possessiv-Pronomen, Imperativ, Vergangenheit & Zukunft sowie Present Progressive (andauernde Gegenwart) und die drei wichtigsten Höflichkeitsformen für den Alltagsgebrauch. Dabei werden Vokabeln aus den Kategorien Orte, Zahlen, Farben, Familie, Sport, Körper, Tiere, Essen, Kleidung, Gesundheit, uvm. vermittelt.

Was ich in der Lektion lerne, versuche ich dann mit Hyundae zusammen anzuwenden. Bisher haben wir zusammen Serien und Filme geschaut sowie koreanische Zeitungen und Web-Comics gelesen. Ich habe über den Zeitraum der letzten zwei Monate deutlich gemerkt, wie viel ich dazu gelernt habe. Anfangs musste ich die koreanischen Filme nach jedem Satz anhalten und bei den Web-Comics jeden Satz von Hyundae übersetzen lassen. Aber so langsam wird es besser. Ich kann einfache Sätze ohne Hilfe verstehen und selbst bei schwierigeren Sätzen kann ich zumindest einzelne Wörter erkennen und übersetzen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie gut ich sprachlich in Korea klarkommen werde. 😁


Das soll es erstmal zum Thema Koreanisch von mir gewesen sein. Mein aktueller Plan ist einen zweiten Teil zu diesem Post zu schreiben, nachdem ich ausgiebig Erfahrung mit der Sprache in Korea gemacht habe. Dann werden wir sehen, ob ich es geschafft habe mir die Sprache tatsächlich anzueignen oder ob ich dieses Vorhaben aufgeben musste. 😋

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